IKF-Pressemitteilung: Lernstoff Film

16.02.2007 - IKF-Pressemitteilung: Lernstoff Film

>br> Der Film ist die Kunst: Medienkompetenz in der Schule

Die Voraussetzungen für einen medienkompetenten Umgang mit dem modernen Film- und Bildangebot besteht in der Kenntnis der formalen Sprache des Mediums. Bildtraditionen, Bildkonnotationen, Bildsymbolik, die von Filmen vermittelte Emotionalität sind Lerngegenstände. Der filmwissenschaftliche Ansatz, den das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) verfolgt, ist der „Neoformalismus“ etwa in der Ausprägung der Arbeiten von David Bordwell. Für diesen Ansatz zentral ist die Erkenntnis der Eigenständigkeit der vom Medium Film entwickelten Formensprache. Film ist keine Fortsetzung der Literatur mit anderen Mitteln, sondern selbständige Kunstform. Film ist inszeniertes gerahmtes Bild, verbunden entsprechend der filmischen Syntax. Filmische Erzählweisen (Narration) haben ihre eigene Formengeschichte (Genre). Die Analyse greift zu kurz, wenn sie sich auf die in den Bildern erzählte Geschichte beschränkt. Da ein Fach Filmgeschichte/Filmästhetik/Filmkommunikation nicht existiert, muss bei der medienpädagogischen Arbeit in der Schule von den vorhandenen Fachcurricula ausgegangen werden. Hier können Anknüpfungspunkte für eine fragmentierte Medienkompetenzvermittlung gefunden werden. Von dieser Grundüberlegung ausgehend hat das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) einen weiteren Baustein für die medienkritische Arbeit in sein Angebot aufgenommen:

Das Angebot „Lernstoff Film – Filmanalyse im Unterricht“ dient der medienpädagogischen Arbeit mit Filmen im Unterricht und dem Aufbau und der Erweiterung einer Schul-Filmothek. Die DVD- und Videotechnik ermöglicht es dem Lehrer, das Filmerlebnis in den Unterricht zu integrieren und Filme sequenzweise zu besprechen. So bietet sich die Möglichkeit, die Eingangssequenz eines Filmes zwei oder drei Mal anzuschauen, und gegebenenfalls von Frame zu Frame, von Einstellung zu Einstellung, nachzuvollziehen. Wo hat der Regisseur die Perspektive geändert, wo einen Schnitt gemacht? Wie setzt sich ein Filmanfang zusammen? Wie ist die Exposition, der Weg in den Film, in die Geschichte angelegt? Welche Einstimmung nimmt der Filmanfang vor? Mit welchen filmsprachlichen Mitteln? Die Emotionalisierung einer Sequenz kann diskutiert werden, etwa durch das probeweise Ausblenden des Tons. Der Film oder einzelne Passagen können in der Originalsprache gehört werden. Schließlich können die Bezüge eines Films zu seinen realen, historischen oder literarischen Vorlagen en Detail besprochen und sichtbar gemacht werden.

Das Institut bietet DVDs mit dem Recht zur nicht-gewerblichen öffentlichen Vorführung für Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen an, zum Beispiel den oscar-nominierten Spielfilm „Evil“ zum Thema „Jugend und Gewalt“, den Dokumentarfilm „Helbra“, der auch von vielen Drogenberatungseinrichtungen in der Präventionsarbeit eingesetzt wird, oder den Spielfilm „Ali Zaoua – Auf den Straßen von Casablanca“, der das Leben von Straßenkindern in Afrika widerspiegelt. Für Grundschüler/innen sind die Kinderfilmklassiker von Arendt Agthe wie „Flussfahrt mit Huhn“ im Angebot. Um den Einsatz der Filme in Schule und außerschulischen Einrichtungen zu unterstützen, stellt das Institut zu vielen Filmen kostenfrei Unterrichtsmaterial zur Verfügung.

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